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Die Rekonstruktionen

Die Rekonstruktionen

Frankfurts alte Mitte wird wieder lebendig

Das ursprüngliche Aussehen der historischen Altstadt kennen die meisten Frankfurter nur von schwarz-weißen Fotografien oder dem berühmten Altstadtmodell aus dem Historischen Museum. Bauten aus verschiedensten Epochen prägten vor der Zerstörung der Altstadt im Jahr 1944 das Stadtbild, darunter Gotik, Renaissance, Barock und Klassizismus. Mit dem neuen DomRömer-Quartier wird die Geschichte dieses Ortes wieder erlebbar und Frankfurts alte Mitte wieder lebendig. (i)

Insgesamt 15 Rekonstruktionen entstehen bis 2017 im DomRömer-Quartier. Sie bilden alle bedeuteten Epochen und Baustile ab, die auch in der historischen Altstadt zu finden waren und bringen so das Altstadt-Flair in die historischen Gassen zurück. Der malerische Hühnermarkt zum Beispiel – früher beliebtes Fotomotiv – wird an drei Seiten von rekonstruierten Altstadthäusern gesäumt.

Wie die Neubauten verfügen auch die Rekonstruktionen über individuelle Besonderheiten. Jedes Haus hat eine lange Vergangenheit und erlaubt den Blick zurück in ein anderes Kapitel der Frankfurter Stadtgeschichte.

(i) Bürgerbeteiligung: Wussten Sie ...?

..., dass die heutige Planung für das Quartier zwischen Dom und Römer auf den Ergebnissen einer Planungswerkstatt beruht? 2006 hatten sich mehr als 60 Frankfurterinnen und Frankfurter in dieser Werkstatt engagiert und gemeinsam ein Konzept entwickelt, das unter den Bürgerinnen und Bürgern auf breite Zustimmung stieß: eine Mischung aus Alt und Neu, aus ehemaligen Altstadthäusern und Neubauten auf historischem Stadtgrundriss, die typische Gestaltungselemente der Frankfurter Altstadt aufgreifen.

  • DomRömer-Quartier: Markt 5
  • DomRömer-Quartier: Markt 17
  • DomRömer-Quartier: "Hof zum Rebstock"
  • DomRömer-Quartier: Der Hühnermarkt
  • DomRömer-Quartier: "Esslinger"
  • DomRömer-Quartier: Südseite des Hühnermarktes

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  • Diese 15 Häuser sind historisch so gut dokumentiert, dass sie rekonstruiert werden können. Ihre Errichtung ist exakt auf dem historischen Grundriss möglich, sodass keine Fassaden verschoben und „erfunden“ werden müssen. Denn dies würde dem hohen Anspruch an die Rekonstruktionen nicht gerecht. Und dem Bau der Häuser stehen auch keine baulichen Beschränkungen im Wege, etwa durch U-Bahn-Aufgänge, Lüftungsschächte oder Aufzüge der darunter liegenden Tiefgarage.

  • Für die Stadt Frankfurt stand von Anfang an fest: um die Geschichte des Ortes im neuen DomRömer-Quartier wieder erlebbar zu machen, sollten mindestens acht historisch bedeutsame Gebäude nachgebaut werden: „Esslinger“, „Alter Esslinger“, „Goldenes Lämmchen“, „Klein Nürnberg“, „Rotes Haus“, „Goldene Waage“, „Hof zum Rebstock“ sowie Braubachstraße 21. Dies hatte die Stadtverordnetenversammlung in ihrer inzwischen fast schon berühmt gewordenen Magistratsvorlage M112 beschlossen und für diese Gebäude tritt die Stadt Frankfurt auch in Vorleistung. Für neun weitere Gebäude lagen ebenfalls genug historische Quellen vor, um die Häuser zu rekonstruieren. Für sieben davon fanden sich bis zum Stichtag ein oder mehrere Kaufinteressenten, sodass auf dem DomRömer-Areal nun insgesamt 15 Rekonstruktionen entstehen. Gemeinsam mit den 20 Neubauten ergibt sich daraus ein lebendiges innerstädtisches Viertel, das zugleich Berührungspunkte mit verschiedenen Epochen der Frankfurter Geschichte bietet. Die beiden Gebäude „Goldene Waage“ und „Rotes Haus“, die besonders bedeutsam und bekannt sind, werden im Besitz der Stadt bleiben und öffentlich genutzt. Alle anderen Rekonstruktionen wurden wie die Neubauten verkauft und tragen so zur Refinanzierung des Gesamtprojektes bei.

  • Alle Gebäude – ob Rekonstruktion oder Neubau – müssen heutigen Anforderungen an Brandschutz und Energieverbrauch gerecht werden. Damit unterscheiden sich die Rekonstruktionen auf dem DomRömer-Areal von Rekonstruktionen im klassischen Sinne, bei denen Struktur und Innenräume komplett dem historischen Vorbild entsprechen. Eine solche, exakte Rekonstruktion ist in der Frankfurter Altstadt aufgrund der zu berücksichtigenden Vorschriften, der innerstädtischen Lage und der um- bzw. darunter liegenden Bebauung rechtlich nicht zulässig. Auch fehlt bei manchen der Häuser eine exakte Dokumentation der Innenräume und es liegen beispielsweise nur Aufzeichnungen einzelner Etagen vor. Ausnahmen bilden die Gebäude „Goldene Waage“ und „Rotes Haus“, die hervorragend dokumentiert sind. Diese Rekonstruktionen werden exakt wie ihre historischen Vorgänger aussehen. (i)

    Stichtag für die Fassadengestaltung der Rekonstruktionen ist der Tag vor der Zerstörung der Altstadt im März 1944. Dies entspricht dem Bild der Altstadt, an das sich die meisten Menschen erinnern und die Quellenlage für diese Zeit ist für den Nachbau der Häuser am besten geeignet. Zu diesem Zeitpunkt war die Goldene Waage das einzige Gebäude mit sichtbarem Fachwerk. Alle übrigen Altstadthäuser waren verputzt. Über das dahinterliegende Fachwerk gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Experten sind unterschiedlicher Meinung, ob diese Fachwerkkonstruktionen genügend dokumentiert sind, um sie wiederherzustellen. Deshalb werden die Gebäude hinter den Fassaden in zeitgemäßer Fachwerkbauweise errichtet, das heißt, es wird auch hier eine Holzkonstruktion mit Balken, Stützen und Balkendecken geschaffen. In der Konstruktionsweise unterscheiden sich die Rekonstruktionen also nicht vom historischen Vorgänger.

    (i) Fachwerk in der Altstadt: Wussten Sie ...?

    ..., dass die Frankfurter Altstadt bis zu ihrer Zerstörung im März 1944 die größte zusammenhängende gotische Altstadt in Deutschland war? Wegen des Brandschutzes waren die meisten Fachwerkbauten übrigens bereits seit dem Barock verputzt, das Fachwerk also nicht mehr sichtbar.

    Ein Ausnahme-Bauwerk war die „Goldene Waage“. An dem prächtigen Fachwerkbau schieden sich schon 1619 die Geister. Der flämische Zuckerbäcker und Gewürzhändler Abraham von Hamel ließ das Haus mit beeindruckendem Schmuckfachwerk und Schnitzereien verzieren. Wohlstand auf diese Weise zur Schau zu stellen, war im damaligen Frankfurt ein Skandal. Besonderer Beliebtheit bei Bürgern und Besuchern erfreute sich das Haus, weil es auf dem Dach des Hinterhauses ein sogenanntes Belvederchen – einen begrünten Dachgarten – mit Laube hatte. Das Hauszeichen als Arm mit Waage in der Hand war an der Hausecke angebracht.

  • Diese Frage lässt sich mit einem klaren Nein beantworten – eine Ausnahme wäre natürlich, wenn sich der Wohnungseigentümer genau dies wünscht. Grundsätzlich gilt aber, Rekonstruktionen wie Neubauten werden energetisch auf dem neuesten Stand und komfortabel ausgestattet sein. Die Gebäude werden annähernd Passivhausstandard erreichen. Bei den Rekonstruktionen bedeutet das zum Beispiel den Einbau sogenannter Kastenfenster, die das historische Erscheinungsbild wahren. Außen werden dazu historische, handgefertigte Holzfenster montiert. Zusätzliche moderne Fenster kommen im Hausinnern zum Einsatz. Darüber hinaus werden Lüftungsanlagen und Fußbodenheizungen installiert. Durch eine optimale Dämmung wird außerdem der Energieverbrauch minimiert.

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