Hinter dem Lämmchen 6 „Goldenes Lämmchen“

Hinter dem Lämmchen 6 „Goldenes Lämmchen“

HDL6

  • Hinter dem Lämmchen 6
  • Hinter dem Lämmchen 6
  • Hinter dem Lämmchen 6 - Süd

Fakten

Gebäudetyp: 
Nachbau
Architekt: 
Claus Giel, Dieburg
Parzelle: 
195 qm
Nutzfläche: 
458 qm
Stockwerke: 
4
Nutzung: 
EG: Einzelhandel / Gastronomie
1. OG: 2 Wohnungen
2. + 3. OG: 3 Wohnungen

Das Goldene Lämmchen – Patriziersitz und Messehof

Die noch heute existierenden Messen fußen ursächlich auf mittelalterlichen Privilegien, die Frankfurt 1240 und 1330 von zwei Kaisern erhielt. Diese überregionalen Märkte waren wirtschaftliches Rückgrat der Stadt und sicherten ihren Einwohnern Wohlstand. Die größten Warengruppen des Spätmittelalters waren Wein, Wolltücher aus dem Umland, und Pferde als besondere Luxusobjekte aus der ungarischen Tiefebene. Weiterhin wurde selbstverständlich alles verkauft, was sich verkaufen ließ.

Die Frankfurter stellten nicht nur Herberge und Logistik der Messen, sie handelten fleißig mit. Als im 17. Jahrhundert die Messe durch zunehmende Münzverwilderung gefährdet war, gründeten Kaufleute im Nürnberger Hof die Börse.

Der letzte Messehof, der die Unbilden der Zeit weitgehend unbeschadet überstanden hatte, war der Goldene Lämmchen Hof mit seinen prachtvollen hölzernen Laubengängen der Renaissance, der ab 1417 Sitz der Handelsgesellschaft der Blum war, gleichzeitig aber auch während der Messen an auswärtige als Quartier und Stapelraum vermietet wurde.

Text: Björn Wissenbach, Dipl.-Ing. (FH), Stadthistoriker in Frankfurt und Mitglied des Gestaltungsbeirates DomRömer

Default Visuals

DomRömer Nachbild