Markt 17 „Rotes Haus“

Markt 17 „Rotes Haus“

M17

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Fakten

Gebäudetyp: 
Nachbau
Architekt: 
Denkmalkonzept GmbH, Bad Nauheim
Parzelle: 
102 qm
Nutzfläche: 
175 qm
Stockwerke: 
4
Nutzung: 
1. OG: Veranstaltung
2. OG: Veranstaltung
3. + 4. OG: Maisonette

Das Rote Haus – Kristallisationspunkt des Metzgerviertels

Die alte Gesellschaft war nach Ständen geordnet. Für Frankfurt war die Gruppe der Bürger am Bedeutendsten, den größten Anteil darin stellten die Handwerker. Sie waren zünftig organisiert, ein System, dass heute noch in den Innungen weiterlebt.

Der Rat wies den einzelnen Gewerbegruppen Bezirke als Arbeits- und Wohnorte an, die Metzger hatten ihr Viertel im Kern der Stadt zwischen Dom und Römer. Das Schlachthaus mit Zunftstube stand direkt am Fluss. Die Metzgereien lagen am Markt und der Langen Schirn, wo die Ware direkt über den Tresen aus den Häusern verkauft wurde. Diesen Geschäftstyp nennt man Schranne oder Schirn. Die beste Geschäftslage war unter dem Roten Haus. Dieses eigenwillige gotische Gebäude ruhte auf mächtigen Holzstützen und stellte damit ein Gelenk zum anschließenden Tuchgaden her. Das Haus wurde im frühen 14. Jahrhundert – dem Hochpunkt der Zünfte in Frankfurt– erstmals erwähnt.

Am Roten Haus reichten die Metzger den gerade gekrönten Kaisern auf ihren Zügen zum Römer einen Umtrunk im silbernen Pokal.

Text: Björn Wissenbach, Dipl.-Ing. (FH), Stadthistoriker in Frankfurt und Mitglied des Gestaltungsbeirates DomRömer

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DomRömer Nachbild